MITTELSCHULE BERCHTESGADEN

 

CHRONIK

Das Schulhaus am Bacheifeld fällt sofort ins Auge, ob man nun vom Lockstein oder von der Salzbergalm auf den Ortskern von Berchtesgaden herabschaut. Neben dem Ensemble von Stiftskirche und Königlichem Schloss ist die Schule mit ihren 123 Metern Längenausdehnung zweifellos ein imposantes Gebäude.

Volle zwei Generationen von Berchtesgadener Schülerinnen und Schülern wurden in den vergangenen 50 Jahren hier unterrichtet. Sie haben sich Wissen und Können angeeignet, ihr Herz und ihren Charakter bilden lassen. 

Für die Marktgemeinde Berchtesgaden war es ein mutiger Schritt, schon kurz nach der Währungsreform an den Bau einer Schule zu denken. Bereits 1939 wurde von Anton Graßl, dem Besitzer des Bacheilehens, das Grundstück erworben. Den Auftrag für die Planung erhielt Baurat Karl Gsaenger.

Am 12. Oktober 1952 wurde das Schulhaus feierlich eingeweiht. Im heutigen Altbau standen 11 Klassenräume zur Verfügung. Drei Schulzimmer hatte man noch im Schulhaus Salzberg in Verwendung. Drei Jahre später war auch der Mittelbau, auch Salzbergbau genannt, bezugsfertig. Am 16. Oktober 1955 fand die Einweihung statt. Die damalige Gemeinde Salzberg finanzierte drei Klassenzimmer. Der Markt Berchtesgaden trug die Kosten für zwei Schulsäle. Die Gemeinde Bischofswiesen bezahlte einen Schulraum. Die Kinder aus dem Ortsteil Stanggaß besuchten damals noch die Schule in Berchtesgaden. Die Schulleitung hatte August Dammer inne. Er trat 1960 in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Adolf Hillebrand.

Schulrat Alois Schnitzer ging 1965 in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wurde am 1. Juni 1966 Paul Steinbacher berufen. In den folgenden Jahren, in denen die Einführung der christlichen Gemeinschaftsschule, die Landschulreform und der Aufbau der 9. Jahrgangsstufe zu bewältigen waren, hatte Schulamtsdirektor Stein-bacher richtungsweisende Entscheidungen für die Schule Berchtesgaden zu treffen. 

Der erste Schritt zur Landschulreform wurde 1966 eingeleitet. Die Schüler der Klassen 5 bis 8 aus Maria Gern und Au besuchten die Hauptschule Berchtesgaden. Die Bacheifeldschule nahm 21 Gerer und 38 Auer in die verschiedenen Jahrgangsklassen auf. Im Schuljahr 1967/68 erhielt Berchtesgaden nach einem Elternentscheid eine christliche Gemeinschaftsschule. Elfriede Dörge, Gertrud Gertz, Heinz Bannasch übernahm als Seminarleiter die Betreuung der Junglehrer, hatte aber seine Unterrichtsverpflichtgung weiterhin an der Schule in Berchtesgaden.

Im Vollzug der Landschulreform musste der Volksschulverband erweitert werden. Die Schule Buchenhöhe wurde aufgelöst. Der Schulsprengel Buchenhöhe wurde dem Schulverband Berchtesgaden zugeordnet. Die Schüler aus den Klassen 5 mit 9 aus Ramsau und Marktschellenberg sowie die Schüler der Klassen 7 mit 9 aus Schönau am Königssee besuchten nun die Schule am Bacheifeld. Der Einsatz von Schulbussen war unumgänglich. So erfuhr auch der Vorplatz der Schule eine Umgestaltung als Halteplatz für die Schulbusse und als Parkplatz für die Lehrer.

Die Einführung der 9. Jahrgangsstufe und das erweiterte Angebot an Kursen machten eine großzügige Erweiterung der Schule mit Klassenzimmern und Fachräumen erforderlich. Das Volumen des Erweiterungsbaues sollte sogar das bisher bestehende Schulhaus übertreffen. Der Schulverband beauftragte erneut Baurat Karl Gsaenger mit der Planung. In der Sitzung am 20. Mai 1969 fasste der Volksschulverband den Beschluss, das Schulhaus zu erweitern.

Im Juli 1969 schloss die ungeteilte Landschule Maria Gern ihre Pforten. Auch die Grundschüler besuchten nun die Bacheifeldschule. Die lange geforderte Einführung der 9. Jahrgangsstufe erfolgte in Bayern zu Beginn des Schuljahres 1969/70. Im Juni 1970 unterzogen sich 53 von 86 Schülern der Prüfung zum qualifizierenden Hauptschulabschluss. Das Schulgelände wurde zur Großbaustelle. Der normale Unterrichtsbetrieb lief selbstverständlich weiter. Das Schuljahr 1972/73 begann eine Woche später, da der Erweiterungsbau noch nicht bezugsfertig war. Obwohl bereits seit September der Unterrichtsbetrieb in allen Schulzimmern und Fachräumen angelaufen war, setzte man die Einweihung für den Erweiterungsbau auf den 21. März 1973 fest. Eine einschneidende Veränderung brachte das Jahr 1974. Rektor Adolf Hillebrand trat in den Ruhestand. Nachdem die Schule 1 200 Schüler in 32 Klassen zählte, erfolgte die Teilung in Grund-und Hauptschule. Die Schulleitungen waren nun auf Erich Güll (Hauptschule) und Heiz Bannasch (Grundschule) aufgeteilt. Innerhalb des Hauses mussten immer wieder Verbesserungen vorgenommen werden, vor allem im Bereich der Fachräume und der Schulverwaltung. Einen Wechsel gab es 1979 im Bereich der Schulleitung. Heinz Bannasch wurde in den Ruhestand verabschiedet. Herbert Ernst übernahm die Leitung der Grundschule.

Die Gemeinde Bischofswiesen stellte bei der Regierung von Oberbayern den Antrag auf Schulsprengeländerung. Von 1981 an besuchten die Schüler aus der Stanggaß die Volksschule Bischofswiesen. Rektor Erich Güll hatte 1987 seine Dienstpflicht erfüllt. Richard Hartmann wurde Rektor der Hauptschule. Nachdem Schulamtsdirektor Paul Steinbacher 1990 in den Ruhestand trat, liegt nun die schulaufsichtliche Betreuung bei Schulamtsdirektor Johannes Schöbinger.

Für die Schule am Bacheifeld war erneut eine Erweiterung erforderlich. Am 19. Januar 1995 beschloss der Hauptschulverband das Raumprogramm. Fachräume für Informatik, weitere Schulräume und ein Mehrzweckraum sollten an der Westseite des Gebäudes entstehen. Am 21. November erfolgte die Abnahme durch Architekt Josef März und Marktbaumeister Helmut Graßl. Rektor Herbert Ernst trat mit Ablauf des Schuljahres 1996 in den Ruhestand. Richard Hartmann wechselte von der Hauptschule in die Grundschule. Die bisherige Konrektorin Annette Ritter wurde mit der Leitung der Hauptschule betraut. Am 1. August 2010 wurde die Schule in Mittelschule umbenannt (Schulverbund mit Hauptschule Berchtesgaden und Hauptschule Bischofswiesen).

Auch Volkshochschule und Musikschule sind im Gebäude am Bacheifeld zuhause. Im Jugendheim haben die Jugendlichen die Möglichkeit, an einem qualifizierten Freizeitprogramm teilzunehmen. Das Rote Kreuz kommt regelmäßig zur Blutspendeaktion hierher. Schließlich hat auch die Marktkapelle im Erweiterungsbau einen Proberaum erhalten. Die Bürger des Marktes erfüllen im Schulhaus ihr Wahlrecht. Für viele Lehrerinnen und Lehrer und für eine große Schar von Schülern werden sich Erinnerungen mit der Schule am Bacheifeld verknüpfen. Mögen sich auch in Zukunft die entscheidenden Weichenstellungen für Bildung und Erziehung in diesem Schulhaus verwirklichen lassen!

 

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